Hintergrund der Studie

Das sogenannte Reizdarmsyndrom ist ungefährlich, trotzdem stellt es oft eine erhebliche Beeinträchtigung für die Betroffenen dar und ist leider schwer zu behandeln. Die Ursache für das Reizdarmsyndrom ist unbekannt. Es gibt jedoch Hinweise darauf, dass unter anderem eine Überempfindlichkeit gegen bestimmte Nahrungsbestandteile, z. B. das Gluten, ein vor allem im Weizen vorkommendes Eiweiß, eine Rolle spielen könnte. Eine bekannte ausgeprägte Überempfindlichkeit gegen Gluten gibt es ansonsten bei der Zöliakie (Autoimmunerkrankung), bei der es nach Glutenaufnahme sogar zu einer Schädigung der Darmschleimhaut mit Durchfällen und Mangelernährung kommt; Patienten mit Zöliakie müssen sich daher ein Leben lang glutenfrei ernähren.

Wir haben in früheren Studien belegen können, dass bei einem Teil der Reizdarmpatienten möglicherweise eine Überempfindlichkeit gegen Weizen vorliegt, und dass diese Patienten beschwerdefrei werden können, wenn sie sich glutenfrei ernähren. Leider ist eine glutenfreie Ernährung mit einigem Aufwand verbunden und dennoch bei mehr als der Hälfte der Reizdarmpatienten wirkungslos. Um den Patienten eine unnötige Belastung zu ersparen, suchen wir daher ein Verfahren zur Diagnose der Weizensensitivität. Eine aussichtsreiche Methode dafür ist die direkte Mikroskopie der Dünndarmschleimhaut. Das Verfahren heißt konfokale Laserendomikroskopie, dabei wird ein spezielles seit 2004 zugelassenes Endoskop mit einem Miniaturmikroskop (kleine Kamera) verwendet.

Mittels dieser konfokalen Laserendomikroskopie sind bei Patienten mit Nahrungsmittel-unverträglichkeiten Sofortreaktionen der Darmschleimhaut auf bestimmte Nahrungsstoffe (Weizen, Soja, Hefe, Milch) nachgewiesen worden. Das Verfahren könnte sich daher zur Diagnose weizensensitiver Reizdarmpatienten eignen. Ein zuverlässiges Verfahren zur Diagnostik dieser Patienten soll die Diagnose beschleunigen und eine angepasste Behandlung deutlich verbessern.